November 2013

Das deutsche Jobwunder arbeitet halbtags

„Erwerbs­tätigkeit im 3. Quar­tal 2013 weiter gewachsen“. Mit dieser Meldung versucht das Statistische Bundesamt, positive Stimmung zu verbreiten. Und auf den ersten Blick scheint es sich wirklich um eine Erfolgsmeldung zu handeln. Denn zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik sind mehr als 42 Millionen Erwerbstätige gemeldet. Wenn man jedoch das Arbeitsvolumen, dass von diesen Erwerbstätigen geleistet wird, näher betrachtet, erkennt man eine große Diskrepanz. Dieser Unterschied ist besonders der Ausdehnung von Teilzeitarbeit und Minijobs geschuldet.


Droht der globale Super-GAU?

Heute hat im Atomkraftwerk Fukushima in Reaktor 4 die Bergung von über 1000 Brennelementen begonnen. Dies gilt als weiterer wichtiger Schritt, um das havarierte Kraftwerk sicherer zu machen. Nach Ansicht der meisten Medien und vieler Experten geht von der Bergungsaktion keine Gefahr für die Bevölkerung aus. Doch es gibt auch zahlreiche mahnende Stimmen. Diese sehen sogar die gesamte Menschheit vor der größten Katastrophe ihrer Geschichte, in ihren Augen schlummert im Abklingbecken millionenfacher Tod. Handelt es sich dabei um Hirngespinste oder schweben wir wirklich in größerer Gefahr, als den meisten von uns bewusst ist?


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Studieren? „Hartz-IV-Kinder“ sollen arbeiten

Wie mehrere Medien berichtet haben, werden Kinder, deren Eltern Hartz IV erhalten, immer wieder zum Jobcenter vorgeladen, obwohl sie noch zur Schule gehen und dort Abitur machen wollen. Dabei scheint es sich um eine übliche Praxis zu handeln. Eine Mutter, die ihren Namen nicht nennen will, ging damit jetzt an die Öffentlichkeit, um auf diesen Missstand hinzuweisen.


Plant Sigmar Gabriel den großen Coup?

Was haben das Adoptionsrecht für Homosexuelle und die Ausweitung der LKW-Maut miteinander zu tun? Die beiden Punkte wurden bei den derzeitigen Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD zu besonders intensiven Streitpunkten. Florian Pronold ließ daraufhin die Verhandlungsrunde platzen und Manuela Schwesig stellte gar die Zukunft der Koalitionsgespräche in Frage. Wird also nichts aus der Großen Koalition oder werden wir alle nur Zeugen des üblichen politischen Theaterdonners? Gerade in dieser Situation richten sich die Augen noch stärker auf den Parteivorsitzenden und Chefunterhändler der Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel. Besonders nachdem in dieser Woche erneut eine Öffnung hin zur Linken ins Gespräch kam.


Deutschland schickt Peter Altmaier ins Rennen

Warschau. Nachdem gestern am ersten Tag der 19. Weltklimakonferenz in der polnischen Hauptstadt der philippinische Delegierte Naderev Sano angekündigt hatte, während der Konferenz nichts mehr zu essen, bis eine bedeutsame Einigung erzielt worden ist, hat die deutsche Bundesregierung umgehend reagiert. Sie schickte Umweltminister Peter Altmaier nach Warschau. Er soll ebenfalls solange hungern, bis ein für Deutschland akzeptables Ergebnis erreicht ist.


Bewerbungsschreiben für die FAZ

Robert von Heusinger ist seines Zeichens stellvertretender Chefredakteur von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung. In einem Leitartikel zum Mindestlohn fordert er, dass die angedachten 8,50 Euro zu hoch sind und zum massenhaften Abbau von Arbeitsplätzen und damit zum Scheitern des Mindestlohnprojektes führen könnten. Wenn man die Begründung für diese Forderung liest und gleichzeitig weiß, dass von Heusinger Volkswirtschaftslehre studiert hat, kann es sich bei diesem Artikel nur um ein Bewerbungsschreiben für die FAZ handeln.


Taifun Haiyan – Zufall oder Vorbote der Katastrophe?

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 380 Kilometern pro Stunde zählt der Taifun Haiyan zu den stärksten Wirbelstürmen, die jemals gemessen wurden. Auf den Philippinen richtete der Sturm großen Schaden an, nach Schätzungen verloren 10.000 Menschen ihr Leben. Heute beginnt in Warschau die 19. Klimakonferenz der Vereinten Nationen – im Schatten der Eindrücke von den Philippinen. Doch wie immer werden sich die Klimawandelskeptiker zu Wort melden und einwenden, dass es sich um ein Einzelereignis handelt, das nichts mit dem Klimawandel zu tun hat. Genauso ein Einzelereignis, wie all die anderen Einzelereignisse wie Dürreperioden, Überschwemmungen und steigender Meeresspiegel. Eine gute Gelegenheit, sich einmal mit den wichtigsten Einwänden der Skeptiker und Leugner auseinanderzusetzen.  


Parallelwelt für Zocker

Von Montag bis Freitag kann man in der ARD vor der Tagesschau das gleiche Schauspiel beobachten. Börsenexperten erklären den Zuschauern die neueste Entwicklung am Frankfurter Parkett. Das Auf und Ab der Aktien wird zu einem medial bedeutenden Ereignis aufgewertet. Und das, obwohl nicht einmal jeder fünfte Deutsche sein Geld direkt oder indirekt über Fonds in dieser Anlageform anlegt. Neben der überzogenen Aufmerksamkeit, welche dem Treiben an der Börse zuteil wird, sollte allen klar sein, dass die Kursentwicklungen nur bedingt mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation zu tun haben. Vielmehr handelt es sich in weiten Teilen um ein Glücksspiel, bei dem Amateur-Trader schnell auf der Verliererseite landen.


Ein Plus zu Viel ist weniger

Jedes Jahr trifft sich der Arbeitskreis „Steuerschätzungen“ im Frühjahr und im Herbst, um die erwarteten Steuereinnahmen für die kommenden Jahre zu berechnen. Nun ja, berechnen ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, denn im Gegensatz zu den Gutachten der „Wirtschaftsweisen“, die wenigstens nur ein gutes Jahr in die Zukunft zu blicken wagen, wollen die Steuerschätzer gleich fünf Jahre im Voraus vorhersagen, wie viele Steuern der Staat einnehmen wird. Hier können die Damen und Herren von DIW, ifo, IfW, IWH und RWI endlich ihre Glaskugeln richtig zum Glühen bringen. Nicht nur, dass man die wirtschaftliche Entwicklung einschätzen muss – das wäre für die Weissager von der Ökonomenzunft viel zu einfach. Natürlich müssen auch noch geplante Steuergesetzänderungen, demografische Änderungen und politische Einflussnahmen berücksichtigt werden. Doch nicht nur die Steuerschätzer leisten Unmenschliches. Die Deutungen des modernen Orakels setzen manchmal sogar die Mathematik außer Kraft.