Dezember 2014

Werden 2015 die Weichen gestellt?

Das Jahr 2014 neigt sich seinem Ende entgegen. Es war kein gutes Jahr für viele Menschen auf unserer Erde. Die noch viel unangenehmere Nachricht: 2015 könnte ein noch schlechteres Jahr werden. Ein viel schlechteres sogar – der Grundstein dafür wurde in diesem Jahr nachhaltig gelegt.


Wirtschaftskrieg voll entbrannt

„Rubel stürzt ins Bodenlose“, „Russische Börse auf Talfahrt“, „Russland vor der Staatspleite?“. So und ähnlich die gestrigen Schlagzeilen zur wirtschaftlichen Krise in Russland. Während die Mainstream-Presse ihre unverhohlene Freude darüber nur schwer verdecken kann, sollte man doch einmal einen objektiven Blick auf die Vorgänge in Russland werfen.


Keiner beißt die fütternde Hand

Schon seit geraumer Zeit gibt es Hinweise darauf, dass sich Anzeigenkunden in die redaktionelle Berichterstattung von Medien einmischen, in denen Anzeigen geschaltet werden. Lutz M. Hagen, Anne Flämig und Anne-Marie In der Au untersuchten in einer Studie, wie die Darstellung von Unternehmen in den beiden führenden deutschen politischen Wochenzeitschriften mit dem Umfang der Inserate zusammenhängt, die Unternehmen in diesen beiden Medien schalten.  Als zentrales Ergebnis zeigt sich, dass über Unternehmen sowohl im Spiegel als auch im Focus erstens häufiger, zweitens freundlicher, drittens mit mehr Produktnennungen berichtet wird, je mehr Anzeigen diese Unternehmen schalten.


Kapital schlägt Arbeit

Die ILO (International Labour Organization) zeigt in ihrem Global Wage Report, dass die Reallohnquote in den Industriestaaten seit 1999 deutlich zurückgegangen ist. Während die Arbeitsproduktivität zwischen 1999 und 2013 um 17 Prozent zunahm, stieg der Reallohnindex nur um gut 6 Prozent. Damit vergrößerte sich der Anteil der Kapitaleinkommen am Bruttoinlandsprodukt deutlich.


Qualitätsjournalisten verfolgen genialen Plan

Während sich Aluhüteträger, Putin-, Russland- und was-weiß-ich-noch-alles-Versteher sowie andere Verschwörungstheoretiker aller Couleur tagtäglich über die einseitige und unausgewogene Berichterstattung der „Qualitätsjournalisten“ in Foren und eigenen Blogbeiträgen auskotzen, liegen politecho Hinweise vor, die einen unfassbar genialen Plan nahelegen.


Kostet der Mindestlohn Arbeitsplätze?

Die neuere, methodisch fortgeschrittene internationale Forschung kommt zu dem Ergebnis, dass sich keine signifikanten Beschäftigungswirkungen von Mindestlöhnen feststellen lassen. Auch die Evaluation der Branchenmindestlöhne in Deutschland hat keine negativen Beschäftigungseffekte festgestellt. Gegenüber solchen Ergebnissen empirischer Forschung sind ökonometrische Simulationsrechnungen, auf deren Grundlage einige deutsche Forschungsinstitute eine negative Wirkung von Mindestlöhnen annehmen, nicht aussagekräftig. Das sind Kernergebnisse einer neuen Studie von Prof. Dr. Gerhard Bosch und Dr. Claudia Weinkopf.


Eine Option für den Bund?

Heute wurde in Erfurt deutsche Geschichte geschrieben. Der erste Ministerpräsident der Linken, Bodo Ramelow, wurde im Thüringer Landtag ins Amt gewählt. Nachdem im ersten Wahlgang noch eine Stimme zur erforderlichen Mehrheit von 46 Stimmen fehlte, erhielt Ramelow die notwendige Mehrheit im zweiten Durchgang. Ergibt sich aus dieser Premieren-Koalition in Thüringen nun eine echte Option für den Bund? Eher nicht, doch dies liegt alles andere als an der Linken.


Sturmreif geschossen

Sie hat die Hyperinflation der Zwanziger Jahre, die Weltwirtschaftskrise ab 1929, zwei Weltkriege und eine Währungsreform unbeschadet überstanden. Doch drei Jahrzehnte neoliberale Politik haben sie in ihren Grundfesten erschüttert. Während die Politiker der Großen Koalition 125 Jahre Gesetzliche Rentenversicherung feiern, arbeiten sie gleichzeitig an ihrer Demontage.


Eingefrorener Konflikt

Es könnte ein frostiger Winter werden in der Ostukraine. Nicht nur aufgrund der Temperaturen, die bereits jetzt ins Minus gerutscht sind, sondern auch aufgrund der weiterhin verzweifelten Lage der dortigen Zivilbevölkerung, die von Tausenden Terroristen daran gehindert wird, dem freudigen Leben in einer geeinten Ukraine entgegen zu sehen. Rund um Donezk wird weiterhin gekämpft und gestorben – und es sieht nicht danach aus, als sollte sich so schnell etwas daran ändern.