April 2015

Im nassen Friedhof ist noch viel Platz

Jetzt schaffte es der Massentod im Mittelmeer doch noch an die Spitze der Meldungen in der Presse. Etwa 1.000 Tote sind es anscheinend doch wert, in den Mittelpunkt der Berichterstattung gerückt zu werden. Doch wie lange? Morgen tritt dann wieder ein anderer Trainer zurück und lockt die Medienmeute an. Wie immer nach dem Bekanntwerden eines Schiffsuntergangs im Mittelmeer läuft das gleiche Schema ab: Es werden Maßnahmen gefordert, um dem Sterben ein Ende zu bereiten. Dabei wird dann gerne auch einmal verschwiegen, dass man vor Kurzem alles unternommen hat, um die Überfahrt in das gelobte Land Europa noch unsicherer zu machen, indem man den Aktionsradius der Suchaktionen eingeschränkt hat.


Kinderspielchen gehen weiter

Zumindest der große Knall ist über Ostern ausgeblieben. Die Eurozone umfasst nach wie vor 19 Staaten. Doch die Gefahr eines Ausscheidens Griechenlands ist nach wie vor nicht gebannt. Mit jedem Tag, an dem sich die Verantwortlichen in Berlin und Brüssel einer wirklichen Lösung verweigern, steigt diese Gefahr sogar noch an. Die Schätzungen, wann dem griechischen Staat das Geld ausgeht, gehen weit auseinander. Viel hängt davon ab, wie viele Euros die Syriza-Regierung noch aus den unterschiedlichsten Quellen zusammenkratzen kann. Doch eines ist klar: Spätestens im Sommer kommt es zum großen Showdown zwischen der von Deutschland geführten Troika und Griechenland.