AfD – laut Wahl-O-Mat ein Zwitter aus FDP und NPD

Trotz aller Kritik stellt der Wahl-O-Mat eine gute Möglichkeit dar, seine Wahlpräferenz zu prüfen. Zwar sind die Fragen nur selten repräsentativ und die gebrochenen Wahlversprechen sind schon Legion. Dennoch lassen sich grundlegende Tendenzen in der Ausrichtung der einzelnen Parteien erkennen. So kann man bei der Gegenüberstellung der Antworten auf den Fragenkatalog der Bundeszentrale für politische Bildung feststellen, dass die AfD vor allem Übereinstimmungen mit der FDP und der AfD aufweist. Von den 38 Fragen wurden jeweils 21 gleich beantwortet. Damit bestätigt diese Feststellung eine lange gehegte Vermutung: Die Alternative für Deutschland ist eine rechtsextreme FDP.

Beim Vergleich der Antworten von AfD und FDP stechen als übereinstimmend besonders hervor: Die Ablehnung der Bundesförderung für den sozialen Wohnungsbau, der Verzicht auf die Besteuerung hoher Vermögen und die Verneinung der Forderung, Rüstungsexporte ausnahmslos zu verbieten. Mit der NPD gibt es Schnittmengen bei folgenden Punkten: Ein Ende der zweiten Staatsbürgerschaft, die Rückkehr zu einer nationalen Währung, Verurteilungen für unter 14-jährige Straftäter, die Ablehnung der Förderung von Projekten gegen Rechtsextremismus und ein Verzicht auf eine verstärkte Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten.

Mit den anderen größeren Parteien bestehen geringere Übereinstimmungen, bei CDU/CSU ist man bei 16 der 38 Fragen gleicher Meinung. Mit der SPD besteht noch bei 13 Fragen Übereinstimmung und Grüne und Linke beantworten lediglich 10 Fragen identisch. Damit positioniert sich die AfD mit ihrem Wahlprogramm sehr weit rechts und gefestigt im neoliberalen Lager. Wieso jedoch vor allem Bürger, die Angst vor Zuwanderung, Kriminalität und sozialem Abstieg haben, ihr Kreuz bei der AfD machen wollen und bei Landtagswahlen schon gemacht haben, ist eine schwer zu beantwortende Frage. Die Antwort liegt wohl auch zum Teil im kaputt gesparten Bildungssystem begründet. Damit eröffnet sich für Union und SPD ein Dilemma für die Zukunft: Wenn das Schulsystem zu stark beschädigt wird, wählen immer mehr Bürger nicht mehr eine der beiden Kanzlerparteien, sondern wandern zu Protestparteien ab, die ihnen eine Rückkehr in die angeblich heile Welt der Vergangenheit versprechen.

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