AfD und FDP schicken CDU auf Talfahrt

Die Wiederauferstehung der FDP und der Premiereneinzug der AfD in ein westdeutsches Parlament haben der CDU bei der gestrigen Bürgerschaftswahl in Hamburg ein Debakel bereitet. Während sich die SPD auf hohem Niveau nahezu halten konnte (45,7 Prozent) ging es für die CDU noch einmal 6 Prozent nach unten auf 15,9 Prozent – deren drittschlechtestes Ergebnis bei der einer Landtagswahl. Durch den Einzug der AfD (6,1 Prozent) in die Bürgerschaft ist jedoch Erster Bürgermeister Olaf Scholz nach dieser Wahl auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Wahrscheinlichster Koalitionspartner sind die Grünen, die ihr Ergebnis auf 12,2 Prozent verbessern konnten. Ebenfalls im Plus lag die Linke, die bei der gestrigen Wahl 8,5 Prozent verbuchen konnte – für ein westliches Landesparlament ein beachtliches Ergebnis. Weiterhin nur noch unter Sonstige liefen die Piraten, die gegenüber der letzten Wahl noch einmal Stimmenanteile verloren und auf nur noch 1,5 Prozent kamen. Den Piraten bleibt damit ein ähnliches Comeback wie der FDP verwehrt.

Dies liegt sicher auch daran, dass diesen die positive mediale Unterstützung, die der FDP in Hamburg entgegengebracht wurde, nahezu komplett fehlt. Sollten die Grünen sich mit Olaf Scholz und der SPD nicht auf eine Koalition einigen können, könnte die FDP als Ersatz einspringen. Die Ausrichtung der Hamburger SPD ist programmatisch durchaus in der Nähe der Liberalen angesiedelt.

Für die CDU sind die Großstädte immer noch ein heikles Thema. Die Zukunft dürfte hier auch nur wenig Besserung bringen, denn nach wie vor wählen vor allem Ältere die CDU. Auffällig am Hamburger Wahlergebnis war zudem die Ausgeglichenheit der AfD in allen Altersgruppen. Diese lag durchgehend bei 6 Prozent. Besonders aufmerksam verfolgt haben dürfte das gestrige Ergebnis die Linke, der es in Hamburg gelungen ist, vor allem jüngere Wähler (12 Prozent bei den 16-24-jährigen) für sich zu überzeugen – ganz gegen die Tendenz in den östlichen Bundesländern. Bei den über 70-jährigen reichte es in Hamburg dagegen nur zu drei Prozent.

Die Wahlbeteiligung sank im Vergleich zur Bürgerschaftswahl 2011 leicht von 57,3 auf 56,6 Prozent. Bei den sonstigen Parteien schaffte es keine, über ein Prozent der Stimmen zu bekommen. Angetreten waren Die PARTEI (0,9 Prozent), Liberale (0,5 Prozent), ÖDP (0,4 Prozent), NPD (0,3 Prozent), RENTNER (0,3 Prozent), und HHBL (Hamburger Bürger-Liste 0,2 Prozent). Für die NPD dürfte, zumindest in den alten Bundesländern, eine schwere Zeit anbrechen, da viele Protestwähler ihre Stimme in Zukunft bei der AfD setzen werden, die in der Gesellschaft in weiteren Kreisen akzeptiert wird.

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