Blick in die Glaskugel

Vor Wahlen schlägt immer die Stunde der Meinungsforschungsinstitute. Ohne sie wäre es nicht möglich, die Stimmungslage abzuschätzen. Allerdings bietet ihnen dies auch die Möglichkeit, manipulativ in das Wahlgeschehen einzugreifen. Um die Abweichungen von den tatsächlichen Ergebnissen bei vergangenen Wahlen auszugleichen, hat politecho diese in die eigene Prognose des Bundestagswahl-Ergebnisses eingerechnet – mit überraschenden Ergebnissen.

 

Wie wurde die Prognose berechnet?

Grundlage für die Berechnung waren die Bundestagswahlen 2002, 2005 und 2009. Bei jedem der sechs Wahlforschungsinstitute wurde für jede Fraktion, die im Bundestag vertreten ist, die durchschnittliche Abweichung der Umfrage vom tatsächlichen Wahlergebnis berechnet.

Welche Meinungsforschungsinstitute wurden einbezogen?

In die Prognose gingen die Werte von Allensbach, Emnid, Forsa, Forschungsgruppe Wahlen, GMS und Infratest dimap ein.

Welche Besonderheiten ergaben sich?

Vor allem die Wahl 2005 sticht bei dieser Berechnung besonders ins Auge. Damals überschätzten alle Institute das Wahlergebnis der Union deutlich. Im Durchschnitt lagen sie über 6 Prozentpunkte daneben. Dies hat auch erkennbare Auswirkungen auf die politecho-Prognose für die heutige Bundestagswahl.

Welche Umfragewerte ändern sich in der politecho-Prognose am stärksten?

Durch die extrem falschen Vorhersagen für die Union im Jahr 2005 müssen die aktuellen Umfragewerte für CDU und CSU ebenfalls stark angepasst werden – um 2,1 Prozentpunkte nach unten.

Die politecho-Prognose zur Bundestagswahl 2013:

  Durchschnitt der
Prognosen 2013
Abweichung bei den
letzten 3 Wahlen
politecho-
Prognose
Union  39,8 2,1 37,6
SPD  26,5  0,3  26,2
Grüne  9,7  -0,9  10,5
FDP  5,3  -1,0  6,3
Linke  8,8  -0,2  9,0
Sonstige  10,0  -0,4  10,4

Schlussfolgerungen:

Die FDP könnte locker in den Bundestag einziehen, dennoch würde es aufgrund des schwachen Ergebnisses der Union nicht mehr für Schwarz-Gelb reichen. Nach unserer Prognose wären die Grünen deutlich vor der Linken. Eine Vorhersage für Piraten und AfD ist bei der von uns gewählten Methode nicht möglich, da die entsprechenden Werte von den vergangenen drei Wahlen nicht vorliegen. Bei der AfD wäre allerdings der Einzug beinahe eine so große Überraschung wie bei den Piraten. Alles läuft auf eine Große Koalition hinaus – außer der linke Flügel in der SPD putscht und die Partei schwenkt auf Rot-Rot-Grün um. Geschätzte Wahrscheinlichkeit in unseren Augen: 10 Prozent.

Die Daten zum Download als csv-Datei.

Foto: Trueffelpix – Fotolia.com

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