Corbyn trifft das Establishment ins Herz

Wie die meisten deutschen Medien ist auch Spiegel Online nicht mit dem Wahlausgang im Vereinigten Königreich zufrieden. Jörg Schindler meint dazu:

„Wie Bernie Sanders in den USA oder zuletzt Jean-Luc Mélenchon in Frankreich hat [Jeremy Corbyn] dem Marktradikalismus die Utopie von einer solidarischen Gesellschaft entgegengesetzt. Man kann das nostalgische Fantasterei nennen. Oder Populismus.“

Ein (vermutlich) hochbezahlter Spiegel-Journalist erkennt zwar an, dass wir im Zeitalter des Marktradikalismus leben, diskreditiert jedoch den durchaus nachvollziehbaren Wunsch nach einer gerechteren Gesellschaft als Fantasterei oder Populismus. Seiner Meinung nach sollen sich also alle Bürger, die nicht von diesem enthemmten Kapitalismus profitieren, in das ihnen zugedachte Schicksal fügen.

Da bedeutet der Erfolg von Corbyn mehr als einen Hoffnungsschimmer – zeigt er doch deutlich, dass man auch gegen die geballte Macht der Medien erfolgreich eine Wahl bestreiten kann. Da können Qualitätsjournalisten wie Schindler noch so geifern – die Zeit ihrer Meinungshoheit läuft langsam, aber sicher, ab. Nur Deutschland scheint diesem Trend wieder einmal hinterherzuhinken, wenn man die aktuellen Beliebtheitswerte der Kanzlerin betrachtet.

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