Das ist ja der Gipfel

Während sich die Augen der Öffentlichkeit in letzter Zeit vor allem auf das Geschehen in den Unruheherden dieser Welt wie Ukraine oder Irak richten, vielleicht gerade noch einmal auf die immer weiter auseinander driftende Gesellschaft, gerät der Klimawandel immer stärker in den Hintergrund. Bestes Zeichen dafür ist die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim morgen beginnenden UN-Klimagipfel.

Die NASA ist überzeugt, dass in diesem Jahrhundert große Teile des Westantarktischen Eisschildes abschmelzen und damit der Meeresspiegel um mehrere Meter steigen wird – eine Katastrophe für viele Insel- und Ozeananrainer-Staaten.

Das Fernbleiben der Bundeskanzlerin ist vor allem deshalb ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich für einen besseren Klimaschutz einsetzen, weil die Meldungen der Wissenschaftler immer dramatischere Konsequenzen erwarten lassen. Eigentlich sollte der Ausstoß von Treibhausgasen, allen voran Kohlendioxid, eingeschränkt werden. Doch ganz im Gegensatz zu diesem notwendigen Schritt ist die Konzentration in der Atmosphäre im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Forscher sind sich zudem sehr sicher, dass das Westantarktische Eisschild einen „Point of no return“ erreicht hat. Damit wäre ein Abschmelzen der riesigen Eismassen nicht mehr aufzuhalten und ein meterhohes Ansteigen der Weltmeere programmiert.

Um die Erwärmung der Erdatmosphäre auf 2 Grad zu begrenzen, müssten eigentlich dramatische Schritte eingeleitet werden. Doch es wird weiterhin auf die Kohlendioxid-Schleuder Kohle als Energieträger gesetzt. Und das nicht nur etwa in China, sondern auch bei uns in Deutschland, wo die Braunkohle nach dem langsamen Ausstieg aus der Kernenergie ein zweifelhaftes Comeback feiert. Die Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werden von vielen Experten im Hinsicht auf einen ökologischen Umbau der Energieerzeugung ebenfalls sehr kritisch gesehen.

Es wird immer deutlicher, dass sowohl von der Politik als auch der Wirtschaft nur leere Versprechungen ausgehen. Der kurzfristige Gewinn ist wichtiger als die drohenden Zerstörungen in der Zukunft. Auf den ersten Blick ist dieses Verhalten verständlich – wer will als Politiker seinen potentiellen Wählern schon Einschränkungen in der laufenden Legislaturperiode verkünden, wenn die katastrophalen Auswirkungen des Nichtstuns erst in einigen Jahrzehnten deutlich werden. Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Manager der großen Konzerne, die den Blick lediglich auf die Quartalszahlen gerichtet haben.

Doch dieses Verharren auf dem Status quo wäre nach neuesten Berechnungen nicht notwendig. Ein Umstieg auf erneuerbare Energiequellen würde wirtschaftlich sogar zum Plusgeschäft. Dennoch erfolgt die Neuausrichtung viel zu langsam. Könnte das vielleicht damit zusammenhängen, dass alleine die Erdöl- und Erdgasreserven, welche zur Einhaltung des 2-Grad-Zieles in der Erde bleiben müssten, einen derzeitigen Wert von 20 Billionen US-Dollar besitzen und anschließend wertlos wären? Es erhärtet sich immer mehr der Verdacht, dass einige der Multimillionäre und Milliardäre dieser Welt unser Ökosystem für schnöden Mammon zerstören.

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