Schon alles entschieden bei der Wahl?

Noch hat der Wahlkampf zur Bundestagswahl im September nicht richtig Fahrt aufgenommen. Dennoch zeigt sich bei den Sonntagsfragen in diesem Jahr ein bewegtes Bild. Welche Erkenntnisse lassen sich aus den Werten der Umfrageinstitute gewinnen? politecho fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Nach dem Umfragehoch der SPD im Februar und März, bei dem die Meinungsforscher fast einen Gleichstand mit der Union sahen, hat sich der Abstand zwischen den beiden „Volksparteien“ wieder deutlich vergrößert. Nachdem die Sozialdemokraten kurzzeitig über 30 Prozent gemessen wurden, sind sie jetzt wieder unter 25 Prozent gefallen. CDU/CSU hingegen nähern sich der 40-Prozent-Marke. Der Hype um den Kanzlerkandidaten der SPD Martin Schulz ist verschwunden, stattdessen kann sich Merkel als vermeintlich fähige Staatschefin präsentieren. Die angebliche Wiederentdeckung der sozialen Gerechtigkeit durch die SPD wurde als Luftnummer durchschaut.

Bei den kleineren Parteien herrscht ein harter Wettkampf um Platz 3. Obwohl der AfD dieser Rang lange Zeit sicher schien, ist die Partei inzwischen auf den 6. Platz zurückgefallen. Die Umfragewerte sackten von über 12 auf unter 7,5 Prozent ab. Ein entgegengesetztes Bild zeigt sich bei der FDP: Von knapp über 6 Prozent im Januar ging es auf über 8 Prozent im Juni. Ebenfalls wieder mit aufsteigender Tendenz zeigt sich die Linke, die nach einem Zwischentief während des Schulz-Hypes erneut einen Wert über 8 Prozent verbuchen kann. Ebenfalls stabilisieren konnten sich die Grünen, die im Gegensatz zur Linken auch im April noch einen Rückgang hinnehmen mussten.

Was können diese Umfragen in Bezug auf die Bundestagswahl zeigen? Zunächst einmal beweisen sie, vorausgesetzt sie unterliegen nicht der bewussten Manipulation durch die Institute, dass sich schnell fundamentale Änderungen ergeben können. Dies macht natürlich Vorhersagen für die Wahl schwierig. Dennoch soll dies hier versucht und eine Abschätzung abgegeben werden.

  1. Als Wahlsieger wird die Union hervorgehen (Wahrscheinlichkeit: Fast sicher).
  2. Die nächste Bundeskanzlerin wird vermutlich Angela Merkel heißen (Wahrscheinlichkeit: Sehr hoch).
  3. Es wird entweder eine große Koalition (Wahrscheinlichkeit: Hoch) oder eine Neuauflage von Schwarz-Gelb geben (Wahrscheinlichkeit: Mittel).
  4. Der nächste Bundestag wird aus sechs Fraktionen bestehen (Wahrscheinlichkeit: Mittel bis Hoch). Lediglich die AfD muss wirklich um den Einzug in den Reichstag fürchten. Dennoch dürfte es in diesem Jahr im Gegensatz zu 2013 wohl reichen.
  5. Die Linke wird drittstärkste Partei (Wahrscheinlichkeit: Mittel). Hier ist eine Prognose sehr schwierig. Dennoch kann man bereits absehen, dass die Vermeidung konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit seitens der SPD der Linken viele Wählerstimmen bringen wird. Je nach Koalitionsbildung könnte ihr damit erneut die Rolle als stärkste Oppositionspartei zufallen.

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