Bundestagswahl

Rentner drängen an die Macht

Wahlberechtigte ab 60 Jahren stellten bei der Bundestagswahl 2013 bereits gut ein Drittel aller potentiellen Wähler. Gleichzeitig war die Wahlbeteiligung dieser Altersgruppe vergleichsweise überdurchschnittlich. Angesichts der demografischen Entwicklung „beeinflussen damit ältere Wähler immer stärker den Wahlausgang“, unterstrich Bundeswahlleiter Roderich Egeler heute auf einer Pressekonferenz in Berlin zu den Ergebnissen der repräsentativen Wahlstatistik zur Wahl des 18. Deutschen Bundestages am 22. September 2013. Bei der Bundestagswahl 2013 waren insgesamt 61,9 Millionen Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt, davon war knapp die Hälfte im Alter von 30 bis 59 Jahren. Die Generation ab 60 Jahren stellte mit 21,3 Millionen mehr als doppelt so viele wie die jüngere Generation unter 30 Jahren, die mit 9,8 Millionen knapp ein Sechstel aller Wahlberechtigten ausmachte.


Alles noch mal auf Anfang?

Am kommenden Mittwoch wollen CDU, CSU und SPD den Koalitionsvertrag unterschriftsreif aushandeln, um diesen den SPD-Mitgliedern zur Abstimmung vorlegen zu können. Während wohl kaum jemand daran zweifelt, dass sich die Verhandlungsteilnehmer auf eine gemeinsame Basis der nächsten knapp 4 Jahre Regierungsverantwortung einigen können, sieht dies für die Befragung der SPD-Mitglieder schon anders aus. Gelingt es der Führungsspitze der Sozialdemokraten nicht, ihre Partei von der Großen Koalition zu überzeugen, könnte Merkel die Grünen erneut an den Verhandlungstisch bitten. Ob sich die Kanzlerin allerdings diese Blöße gäbe, ist zu bezweifeln. Vielmehr dürfte es bei einem Scheitern der Großen Koalition zu Neuwahlen kommen.


Haarscharf an absoluter Mehrheit vorbei

Auf einen langweiligen Wahlkampf folgte gestern Abend ein historisches Ergebnis bei der Wahl zum 18. Deutschen Bundestag. Die FDP ist zum ersten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr im höchsten deutschen Parlament vertreten. Bundeskanzlerin Angela Merkel fehlen nur fünf Sitze zur absoluten Mehrheit. Grüne und Linke mussten Verluste hinnehmen, während die Alternative für Deutschland nur knapp an der 5-Prozent-Hürde scheiterte. Die vor einem Jahr hochgehandelten Piraten spielten dagegen keine Rolle.


Blick in die Glaskugel

Vor Wahlen schlägt immer die Stunde der Meinungsforschungsinstitute. Ohne sie wäre es nicht möglich, die Stimmungslage abzuschätzen. Allerdings bietet ihnen dies auch die Möglichkeit, manipulativ in das Wahlgeschehen einzugreifen. Um die Abweichungen von den tatsächlichen Ergebnissen bei vergangenen Wahlen auszugleichen, hat politecho diese in die eigene Prognose des Bundestagswahl-Ergebnisses eingerechnet – mit überraschenden Ergebnissen.


Vom Schmuddelkind zum Kanzlermacher?

Jens Berger von den Nachdenkseiten hat seine Wahlentscheidung für diese Partei offenbart. Auch der ehemalige Chefredakteur der Financial Times Deutschland, Wolfgang Münchau, hat ihr Wählbarkeit attestiert. Auch wenn sie in den Medien immer noch entweder totgeschwiegen oder mit größtenteils unzutreffenden Vorwürfen angegriffen wird, verliert die Linke langsam ihren Schrecken, den sie bislang bei vielen Bürgern hervorgerufen hat. Oftmals fragen sich die Wähler, wieso die SPD eine Koalition mit der Linken und den Grünen ausschließt, und damit die einzige realistische Machtoption. Dafür gibt es verschiedene Gründe.


Wasser unter Deck

Noch vor einem guten Jahr, im April 2012, stand das Piratenschiff voll unter Segeln – in Umfragen wurden der Partei zwischen 9 und 12 Prozent der Wählerstimmen vorhergesagt. Doch inzwischen zeigt sich ein ganz anderes Bild: In diesem Jahr sah noch kein Prognoseinstitut die Piraten bei 5 Prozent. Ein Einzug in den Bundestag ist damit unwahrscheinlich. Wie kam es zu diesem dramatischen Absturz?


Rein oder nicht rein – das ist hier die Frage

Es ist schwer zu sagen, worüber ich mehr verärgert sein sollte: Dass alle Witze über die FDP schon gemacht wurden und ich deshalb keinen phantasiereichen Einstiegsgag nutzen kann, oder diese menschenverachtende Partei voraussichtlich wieder in den Deutschen Bundestag einzieht? Für die Bundesbürger dürfte sicher ein Wiedereinzug die größere Katastrophe darstellen.


Drei Machtoptionen für die Union

Wie schaffen es zwei Parteien, trotz personeller Querelen und nahezu vollkommener Untätigkeit in der abgelaufenen Legislaturperiode, dennoch als Favorit in eine Bundestagswahl zu gehen? Ganz einfach: Man muss nur CDU und CSU heißen und von einer extrem freundlichen und harmlosen medialen Berichterstattung sowie einer großzügigen Unterstützung durch Unternehmensspenden profitieren.


Die alte Tante auf dem Weg ins Hospiz

In diesem Jahr kann die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ihren 150. Geburtstag feiern. Doch die besten Tage hat die traditionsreiche SPD schon hinter sich. Das zeigt sich zunehmend auch im Bundestagswahlkampf.


Der grüne Lack ist ab

In der aktuellsten Forsa-Umfrage zur Bundestagswahl sind die Grünen zum ersten Mal seit Jahren wieder mit einem einstelligen Ergebnis aufgeführt. Nur noch neun Prozent der Wähler wollen laut dem Meinungsforschungsinstitut ihre Stimme für Bündnis 90/Die Grünen abgeben. Verantwortlich dafür sollen die Diskussionen über einen „Veggie Day“ und die in den Medien oftmals falsch dargestellten Steuerpläne sein. Doch die Gründe dürften tiefer liegen.