Eurokrise

Inflation frisst Lohnsteigerungen auf

Noch Ende November verkündete das Statistische Bundesamt, dass die tariflichen Monatsverdienste in Deutschland im dritten Quartal durchschnittlich um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen sind. Doch wie stark die Lohnstrukturen differieren, zeigt die heutige Meldung aus Wiesbaden: Bezieht man alle Löhne mit ein, also auch die von nicht tarifgebundenen Arbeitnehmern, ergibt sich lediglich ein Nominallohnplus von 1,3 Prozent. Zusammen mit dem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,6 Prozent folgt daraus ein Reallohnverlust von 0,3 Prozent. Und für das ganze Jahr droht sogar der erste Rückgang seit dem Krisenjahr 2009.


Sparen lohnt sich nicht

Irland hat am vergangenen Sonntag den Euro-Rettungsschirm verlassen und finanziert sich jetzt wieder auf dem Kapitalmarkt. Die meinungskonformen Mainstream-Medien sind sich in der Wertung dieses Schrittes einig: Dabei handelt es sich um einen Erfolg der Krisenpolitik durch die Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds. Ihr gemeinsames Credo: „Sparen lohnt sich“. Doch stimmt das wirklich oder soll den Bürgern nur erneut Sand in die Augen gestreut werden? Aus der Fülle der Artikel zu diesem Thema fiel die Wahl auf einen Beitrag auf Süddeutsche.de. Passender Titel: „Sparen lohnt sich„.


Deutschland lebt unter seinen Verhältnissen (Teil 2)

Gestern stellten wir im ersten Teil dieses Artikels die Studie „Nur das Angebot zählt?“ der Autoren Alexander Herzog-Stein, Fabian Lindner und Rudolf Zwirner für das Institut für Makroökonomie und Marktforschung vor. Darin belegten diese, dass die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Deutschlands zu einem Nachfragerückgang führte. Im Wirtschaftszyklus zwischen dem ersten Quartal 1999 und dem zweiten Quartal 2005 stellten die Experten eine besonders lange Stagnationsphase fest, welche sie vor allem auf den Rückgang im privaten Wohnungsbau zurückführten. Ihrer Meinung nach hätte dieser Abschwung verkürzt und damit die Arbeitslosigkeit auf einem niedrigeren Stand gehalten werden können. Im heutigen zweiten Teil zeigen wir zum einen den internationalen Vergleich von Wachstum und Beschäftigung und zum anderen drei Szenarien, in denen verdeutlicht wird, welche Auswirkungen in den Augen der Autoren der Studie eine alternative Nachfragepolitik gehabt hätte.


Deutschland lebt unter seinen Verhältnissen (Teil 1)

Besonders im Ausland wächst die Kritik am Krisenkurs Deutschlands. Von allen Seiten hagelt es den Vorwurf, durch die Überbetonung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft werden die anderen Mitgliedsstaaten der Eurozone belastet. Eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung mit dem Titel „Nur das Angebot zählt?“ zeigt jetzt, dass diese Kritik durchaus ihre Berechtigung besitzt. Alexander Herzog-Stein, Fabian Lindner und Rudolf Zwirner zeigen darin auf, dass die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Deutschland in den vergangenen Jahren nicht vorangebracht hat, sondern im Gegenteil sogar Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze gekostet hat.


Licht am Ende des Tunnels? (Teil II)

Gestern standen die „Krisenländer“ im Zentrum der Frage, ob sich ein Licht am Ende des Tunnels „Eurokrise“ abzeichnet. Dabei konnte festgestellt werden, dass die objektiven Zahlen eine andere Sprache sprechen als es die positiven Zukunftsaussichten der Verantwortlichen der Europäischen Union erwarten lassen würden. Die Arbeitslosigkeit ist in allen Ländern hoch, die wirtschaftliche Entwicklung kommt nicht in Fahrt und die Verschuldungsquote steigt deshalb weiter an. Aber inzwischen ist die Eurokrise so weit fortgeschritten, dass selbst die „Nordländer“ vor gewaltigen Schwierigkeiten stehen. Auf diese Staaten richten wir den Blick in diesem zweiten Teil.


Licht am Ende des Tunnels? (Teil I)

Im Hinblick auf die Eurokrise konnte man in den letzten Wochen positive Neuigkeiten vernehmen. Irland soll im Dezember den Euro-Rettungsschirm verlassen, Griechenland in diesem Jahr einen Primärüberschuss erzielen und auch für Italien werden zumindest für nächstes Jahr positive Aussichten vermeldet. Ist das Schlimmste also überstanden? Wenn man die Daten etwas genauer betrachtet, kann man leider keine Entwarnung geben. Vielmehr steht zu befürchten, dass uns das Schlimmste erst noch bevorsteht. Irland: Werfen wir zunächst einen Blick auf Irland – den Musterschüler unter den „Pleitestaaten“. Dort möchte die Regierung ab 15. Dezember wieder selbst Schulden auf den Kapitalmärkten aufnehmen und nicht mehr auf die Hilfe der anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds angewiesen sein. Dieser Schritt geschieht jedoch weniger aufgrund der guten finanziellen Verfassung des Staates, sondern vielmehr um wieder mehr Entscheidungsfreiheit zu gewinnen. Betrachtet man die wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen, erkennt man schnell, dass Irland noch weit von der Normalität entfernt ist. Der Schuldenstand betrug im vergangenen Jahr 117,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und dürfte auch am Ende dieses Jahres noch einmal höher liegen. Die Arbeitslosenquote pendelt in diesem Jahr knapp unter 14 Prozent. Bereits 300.000 Iren sollen das Land aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage verlassen haben…


AfD – die deutsche Tea Party

Es ist der erfolgreichste Start einer Partei in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nur gut sieben Monate nach Gründung der Partei errang die Alternative für Deutschland 4,7 Prozent der Wählerstimmen bei ihrer ersten Bundestagswahl. Wie erklärt sich dieser rasante Aufstieg? Wer sind die Wähler? Und wie geht es mit der jungen Partei weiter?