Kapitalismuskrise

Der Westen auf dem Vormarsch

Die Ereignisse in der Ukraine haben sich in der letzten Woche überschlagen. Nachdem es zunächst danach ausgesehen hatte, dass Präsident Wiktor Janukowitsch die Unruhen im Land mit massiver und sogar tödlicher Gewalt niederschlagen könnte, wendete sich das Blatt und der Präsident wurde entmachtet und befindet sich auf der Flucht. Wie konnte dies geschehen? Eine brutale Diktatur, so jedenfalls das gezeichnete Bild in den meisten westlichen Medien, wird in ein paar Tagen hinweggefegt von ein paar tausend Demonstranten? Wie es anders geht, zeigten die Militärs in Ägypten, die keine Skrupel hatten, die Armee gegen die Demonstranten einzusetzen und einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören. Worin liegen also die Unterschiede zwischen den Ereignissen auf dem Maidan-Platz in Kiew und den Vorkommnissen auf dem Kairoer Tahrir-Platz?


Die Parteiendemokratie ist am Ende

Das neue Jahr ist gerade einmal zwei Wochen alt, und trotzdem ist es ihm gelungen, verbliebene Hoffnungen auf eine Besserung auf politischer Ebene grundlegend zu zerstören. Während in Deutschland über die Akzeptanz von Homosexualität gestritten wird, interessiert sich fast niemand für den Außenhandelsbilanz-Rekord. Während in Frankreich Präsident Hollande eine Abkehr von seinem Wahlprogramm, das ihn überhaupt erst in den Elysees-Palast gebracht hat, verkündet, interessiert sich die Mehrheit dort nur für die amourösen Abenteuer, die rein zufällig jetzt bekannt werden. Während in Griechenland sich die Krise in die Mittelschicht frisst, da deren finanziellen Reserven aufgebraucht sind, phantasieren Ministerpräsident Samaras und die Troika-Vertreter etwas von Licht am Ende des Tunnels. Muss wohl der Zug der Realität sein.


Inflation frisst Lohnsteigerungen auf

Noch Ende November verkündete das Statistische Bundesamt, dass die tariflichen Monatsverdienste in Deutschland im dritten Quartal durchschnittlich um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen sind. Doch wie stark die Lohnstrukturen differieren, zeigt die heutige Meldung aus Wiesbaden: Bezieht man alle Löhne mit ein, also auch die von nicht tarifgebundenen Arbeitnehmern, ergibt sich lediglich ein Nominallohnplus von 1,3 Prozent. Zusammen mit dem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,6 Prozent folgt daraus ein Reallohnverlust von 0,3 Prozent. Und für das ganze Jahr droht sogar der erste Rückgang seit dem Krisenjahr 2009.


Globale Herrscher in den Vorstandsetagen

Die vier umsatzstärksten Unternehmen der Welt erwirtschaften jedes für sich mehr Umsatz als zum Beispiel Österreich oder Thailand an Wirtschaftsleistung. Die Entscheidungsträger in den Vorstandsetagen von Royal Dutch Shell, Wal-Mart, Exxon Mobil, China National Petroleum Corporation und all den anderen Weltkonzernen kommt damit sehr große Macht zu. Volkswagen etwa hat im vergangenen Fiskaljahr mehr Umsatz erzielt als Griechenland in diesem Jahr Bruttosozialprodukt erreichen wird – 254 Milliarden US-Dollar gegenüber 243 Milliarden US-Dollar.  


Parallelwelt für Zocker

Von Montag bis Freitag kann man in der ARD vor der Tagesschau das gleiche Schauspiel beobachten. Börsenexperten erklären den Zuschauern die neueste Entwicklung am Frankfurter Parkett. Das Auf und Ab der Aktien wird zu einem medial bedeutenden Ereignis aufgewertet. Und das, obwohl nicht einmal jeder fünfte Deutsche sein Geld direkt oder indirekt über Fonds in dieser Anlageform anlegt. Neben der überzogenen Aufmerksamkeit, welche dem Treiben an der Börse zuteil wird, sollte allen klar sein, dass die Kursentwicklungen nur bedingt mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation zu tun haben. Vielmehr handelt es sich in weiten Teilen um ein Glücksspiel, bei dem Amateur-Trader schnell auf der Verliererseite landen.


Bricht die Weltwirtschaft 2014 ein?

Die angespannte wirtschaftliche Situation in der Europäischen Union haben wir hier bereits angesprochen. Aber nicht nur in der EU läuft die Wirtschaft alles andere als rund. Ein Blick auf die wichtigsten Volkswirtschaften rund um den Globus lässt für 2014 keinen rosigen Ausblick zu. Viele Gefahren lauern auf die Entwicklung der Weltwirtschaft.


Licht am Ende des Tunnels? (Teil II)

Gestern standen die „Krisenländer“ im Zentrum der Frage, ob sich ein Licht am Ende des Tunnels „Eurokrise“ abzeichnet. Dabei konnte festgestellt werden, dass die objektiven Zahlen eine andere Sprache sprechen als es die positiven Zukunftsaussichten der Verantwortlichen der Europäischen Union erwarten lassen würden. Die Arbeitslosigkeit ist in allen Ländern hoch, die wirtschaftliche Entwicklung kommt nicht in Fahrt und die Verschuldungsquote steigt deshalb weiter an. Aber inzwischen ist die Eurokrise so weit fortgeschritten, dass selbst die „Nordländer“ vor gewaltigen Schwierigkeiten stehen. Auf diese Staaten richten wir den Blick in diesem zweiten Teil.


Licht am Ende des Tunnels? (Teil I)

Im Hinblick auf die Eurokrise konnte man in den letzten Wochen positive Neuigkeiten vernehmen. Irland soll im Dezember den Euro-Rettungsschirm verlassen, Griechenland in diesem Jahr einen Primärüberschuss erzielen und auch für Italien werden zumindest für nächstes Jahr positive Aussichten vermeldet. Ist das Schlimmste also überstanden? Wenn man die Daten etwas genauer betrachtet, kann man leider keine Entwarnung geben. Vielmehr steht zu befürchten, dass uns das Schlimmste erst noch bevorsteht. Irland: Werfen wir zunächst einen Blick auf Irland – den Musterschüler unter den „Pleitestaaten“. Dort möchte die Regierung ab 15. Dezember wieder selbst Schulden auf den Kapitalmärkten aufnehmen und nicht mehr auf die Hilfe der anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds angewiesen sein. Dieser Schritt geschieht jedoch weniger aufgrund der guten finanziellen Verfassung des Staates, sondern vielmehr um wieder mehr Entscheidungsfreiheit zu gewinnen. Betrachtet man die wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen, erkennt man schnell, dass Irland noch weit von der Normalität entfernt ist. Der Schuldenstand betrug im vergangenen Jahr 117,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und dürfte auch am Ende dieses Jahres noch einmal höher liegen. Die Arbeitslosenquote pendelt in diesem Jahr knapp unter 14 Prozent. Bereits 300.000 Iren sollen das Land aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage verlassen haben…


Freier Handel – gefangene Bürger?

Nachdem bereits seit den 90er Jahren immer wieder eine transatlantische Freihandelszone zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union im Gespräch war, startete am 8. Juli die erste offizielle Verhandlungsrunde für die Transatlantische Freihandelszone TAFTA (Trans-Atlantic Free Trade Area). Das Abkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) soll den rechtlichen Rahmen für diese Freihandelszone abstecken. Nächste Woche gehen die Verhandlungen in Brüssel in die zweite Runde. Doch was steckt eigentlich hinter TAFTA und TTIP? Und bringt dieses Abkommen wirklich Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze für Deutschland, wie es zumindest die Bertelsmann Stiftung und das Ifo-Institut vorhersagen?