Klimawandel

Auf dem Rücken der Ärmsten

Jetzt ist es amtlich: Selbst die Weltbank, bisher nicht gerade als Wohltätigkeitsorganisation in die Geschichte eingegangen, geht davon aus, dass die Folgen des Klimawandels unumkehrbar sind. Auch wenn der Ausstoß klimaschädlicher Gase extrem reduziert würde, drohen in Zukunft zahlreiche Wetterextreme. Besonders davon betroffen sein werden wie meist die Ärmsten der Welt. In Südamerika, Asien und Afrika werden wohl gleich mehrere Folgen der Erderwärmung zusammentreffen. Erschwerend kommt hinzu, dass diesen Gebieten, etwa im Gegensatz zu Europa und Nordamerika, die finanziellen Mittel fehlen, um angemessen auf die Veränderungen zu reagieren.


Das ist ja der Gipfel

Während sich die Augen der Öffentlichkeit in letzter Zeit vor allem auf das Geschehen in den Unruheherden dieser Welt wie Ukraine oder Irak richten, vielleicht gerade noch einmal auf die immer weiter auseinander driftende Gesellschaft, gerät der Klimawandel immer stärker in den Hintergrund. Bestes Zeichen dafür ist die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim morgen beginnenden UN-Klimagipfel. Die NASA ist überzeugt, dass in diesem Jahrhundert große Teile des Westantarktischen Eisschildes abschmelzen und damit der Meeresspiegel um mehrere Meter steigen wird – eine Katastrophe für viele Insel- und Ozeananrainer-Staaten.


Kurz gemeldet

8,50 Euro sind zu wenig Jahrelang wurde über die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland gestritten. Kritiker sahen zahlreiche Arbeitsplätze in Gefahr, obwohl dies wissenschaftlich nie belegt werden konnte. Nach langem Koalitionsgeschacher einigten sich Union und SPD schließlich darauf, einen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro einzuführen. Dieser gilt jedoch erst ab 1. Januar 2016 ohne Einschränkungen. Viel problematischer dürfte hingegen werden, dass durch die inflationsbedingte Steigerung der Löhne die Zahl der Menschen, deren Bruttogehalt überhaupt unter dieser Einkommensschwelle liegt, immer kleiner wird. Wie die Zahlen des WSI-Tarifarchivs belegen, ist der Anteil der tariflichen Vergütungsgruppen, die einen Stundenlohn unter 8,50 Euro festlegen, von März 2010 bis Dezember 2013 von 16 auf 10 Prozent gesunken. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, und die Forderungen der Gewerkschaften in den kommenden Tarifverhandlungen lassen dies erwarten, dürfte der Anteil der tariflichen Vergütungsgruppen, welche unter der Mindestlohn-Schwelle liegen, auf etwa 7 Prozent fallen. Die Tarifbindung betrug zwar 2012 in den alten Bundesländern nur noch 60 Prozent, in den neuen Bundesländern gar nur noch 48 Prozent, dennoch orientieren sich auch viele Gehälter der Beschäftigten ohne Tarifvertrag an den Übereinkommen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Es steht also zu befürchten, dass die Wirkung des Mindestlohns nahezu verpufft, da zu wenige…


Gewinn oder Gewissen

Seit Jahrzehnten wurde vermutet, dass der Ausstoß von Treibhausgasen durch den Menschen einen erheblichen Einfluss auf das Klima besitzt. Spätestens seit dem letzten Bericht des Weltklimarates ist diese Vermutung zu einer Gewissheit geworden. Mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent ist der Mensch verantwortlich für den Anstieg der Temperatur auf der Erde. Doch bei der Weltklimakonferenz in Warschau wird wieder einmal deutlich, dass mächtige Interessenvertreter die notwendigen Schritte immer noch verhindern möchten. Die großen Umweltverbände haben aus diesem Grund zu einem außergewöhnlichen Mittel gegriffen: Noch vor Abschluss der Verhandlungen haben sie die Konferenz verlassen. Ein Zeichen, dass die Hilflosigkeit gegenüber der Macht des Kapitals demonstriert.


Deutschland schickt Peter Altmaier ins Rennen

Warschau. Nachdem gestern am ersten Tag der 19. Weltklimakonferenz in der polnischen Hauptstadt der philippinische Delegierte Naderev Sano angekündigt hatte, während der Konferenz nichts mehr zu essen, bis eine bedeutsame Einigung erzielt worden ist, hat die deutsche Bundesregierung umgehend reagiert. Sie schickte Umweltminister Peter Altmaier nach Warschau. Er soll ebenfalls solange hungern, bis ein für Deutschland akzeptables Ergebnis erreicht ist.


Taifun Haiyan – Zufall oder Vorbote der Katastrophe?

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 380 Kilometern pro Stunde zählt der Taifun Haiyan zu den stärksten Wirbelstürmen, die jemals gemessen wurden. Auf den Philippinen richtete der Sturm großen Schaden an, nach Schätzungen verloren 10.000 Menschen ihr Leben. Heute beginnt in Warschau die 19. Klimakonferenz der Vereinten Nationen – im Schatten der Eindrücke von den Philippinen. Doch wie immer werden sich die Klimawandelskeptiker zu Wort melden und einwenden, dass es sich um ein Einzelereignis handelt, das nichts mit dem Klimawandel zu tun hat. Genauso ein Einzelereignis, wie all die anderen Einzelereignisse wie Dürreperioden, Überschwemmungen und steigender Meeresspiegel. Eine gute Gelegenheit, sich einmal mit den wichtigsten Einwänden der Skeptiker und Leugner auseinanderzusetzen.  


Energiewende in Privathaushalten auf dem richtigen Weg

Obwohl zum einen die Anzahl als zum anderen auch die Durchschnittsgröße der Haushalte in Deutschland seit 2005 gestiegen sind, ist der Energieverbrauch in den deutschen Privathaushalten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bis 2012 um 4,8 Prozent gesunken. Gegen diesen Trend hat sich der Anteil der regenerativen Energiequellen am Verbrauch erhöht.  


Der Wetterbericht für morgen: wärmer

Entgegen aller Einwände von Klimawandelskeptikern und -leugnern steht seit vergangenem Freitag fest: Der Mensch trägt mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent die Hauptschuld an der Erwärmung der Erde. Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zeichnet in seinem Fünften Sachstandsbericht ein düsteres Bild und fordert einen schnellen Kurswechsel. Doch die Zeichen dafür stehen schlecht.