Krieg

Ein weichenstellendes Jahr

Das neue Jahr ist gerade mal eine gute Woche alt und schon möchte man es wie ein ungeliebtes Weihnachtsgeschenk umtauschen. Nach diesem Jahresauftakt wird auch schnell klar: Unter dem Weihnachtsbaum lag bei den Mächtigen nicht das Geschenk der Erkenntnis. Die Statthalter des militärisch-industriellen Komplexes der Vereinigten Staaten verbreiten jedenfalls weiter die Mär von der durch Russland gehackten US-Präsidentenwahl. Man kann bei der geifernden Wut der Falken im Weißen Haus und im Pentagon gegenüber dem russischen Präsidenten Putin leicht erahnen, was der Welt gedroht hätte, wenn Hillary „we came, we saw, he died“ Clinton die Wahl gegen Donald Trump gewonnen hätte.


Gute Bomben, böse Bomben

Krieg ist tödlich. Vor allem auch für Zivilisten. Eigentlich ist diese Erkenntnis eine Binsenweisheit. Doch manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass vielen Politikern und Journalisten dies nicht bewusst ist. Wobei es sich dabei wohl eher um eine partielle Unwissenheit handeln muss. Fallen den Bomben der westlichen Allianz und ihrer Verbündeten aus dem Nahen Osten Männer, Frauen und Kinder zum Opfer, die nichts mit dem Kriegsgeschehen zu tun haben, handelt es sich dabei immer um Kollateralschäden. Sind hingegen Zivilisten bei russischen oder syrischen Angriffen getötet worden, wird über Kriegsverbrechen schwadroniert und die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. „Der Postillon“ brachte diese Diskrepanz treffend auf den Punkt: Kind in Mossul froh, von guten USA statt von bösen Russen zerbombt zu werden.


ARD-Chef Marmor und ZDF-Intendant Bellut treten zurück

Dr. Thomas Bellut und Lutz Marmor, bisher als Intendant beim ZDF und Geschäftsführer der ARD tätig, haben heute völlig überraschend ihren Rücktritt bekannt gegeben. Mit diesem außergewöhnlichen Schritt übernehmen sie die Verantwortung für die monatelange einseitige Berichterstattung über die Ukraine-Krise in den zwei öffentlich-rechtlichen Sendern. Die von vielen Zuschauern als nicht ausgewogen empfundenen Sendungen in ARD und ZDF hatten zu einer E-Mail-Flut und einem Social-Media-Shitstorm geführt. Viele sahen die Gefahr einer negativen Eskalation im Verhältnis zu Russland. Die Verantwortlichen hatten diese Einwände zunächst jedoch als teilweise von Moskau gesteuerte Kampagne abgetan. Diese Sichtweise von einer „fünften Kolonne“ hielt sich auch noch, als der ARD-Programmbeirat die Vorwürfe zu weiten Teilen bestätigte. Doch mit ihrem Rücktritt haben die beiden Chefs der öffentlich-rechtlichen Sender eine 180-Grad-Wende vollzogen. Bei einer heute kurzfristig anberaumten Pressekonferenz erklärte Marmor zudem, dass er gestern Abend noch den „Tagesschau“-Chefredakteur Kai Gniffke entlassen habe. Dieser hatte laut eigener Aussage nichts gefunden, wofür man sich hätte entschuldigen müssen. Das übernahmen nun Marmor und Bellut, die sich bei allen Zuschauern, die über die Berichterstattung verärgert waren, um Verzeihung baten. Sie hätten erkannt, dass die Nähe zu den USA und der NATO die journalistische Objektivität bei manchen Mitarbeitern beeinträchtigt habe. Zudem kündigten beide…


Die Ursachen bekämpfen

Krieg sei lediglich die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln, so eine oft zitierte Aussage von Carl von Clausewitz. Auf den Spuren des preußischen Militärtheoretikers wandeln in letzter Zeit auch wieder vermehrt deutsche Politiker. Doch Jahrtausende an Kriegen haben nur eines gezeigt: Sie lösen keine Probleme, sie sind das Problem.


Nie wieder Krieg?

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien dominiert derzeit die Schlagzeilen. Verdrängt werden davon Berichte über eine weitere Eskalation der kriegerischen Konflikte in aller Welt. Im Osten der Ukraine sterben täglich Dutzende Menschen in einem neuen Bürgerkrieg mitten in Europa. Und auch die Gewaltspirale zwischen Israel und Palästina dreht sich immer weiter. Auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und dem Libanon folgen Bombardierungen durch die israelische Luftwaffe. Und umgekehrt. Der gesamte Nahe Osten scheint sich in letzter Zeit immer mehr in ein unkontrollierbares Pulverfass zu verwandeln: In Syrien tobt immer noch ein grausamer Bürgerkrieg, während im Irak die staatlichen Strukturen Schritt für Schritt in sich zusammenbrechen. Ausgerechnet in dieser Zeit häufen sich die Forderungen, Deutschland müsse mehr Verantwortung übernehmen – sich also an zukünftigen Kriegen beteiligen. Unabdingbar dafür sollen bewaffnete Drohnen in Händen der Bundeswehr sein. Doch tritt man einmal einen Schritt zurück, muss sich jeder mit etwas Verstand gesegnete Mensch doch fragen: Was soll dieser unerträgliche Unsinn? Wieso gelingt es der Menschheit nicht, diese archaische Kultur des gegenseitigen Abschlachtens in die Geschichtsbücher zu verbannen?