NATO

Gute Bomben, böse Bomben

Krieg ist tödlich. Vor allem auch für Zivilisten. Eigentlich ist diese Erkenntnis eine Binsenweisheit. Doch manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass vielen Politikern und Journalisten dies nicht bewusst ist. Wobei es sich dabei wohl eher um eine partielle Unwissenheit handeln muss. Fallen den Bomben der westlichen Allianz und ihrer Verbündeten aus dem Nahen Osten Männer, Frauen und Kinder zum Opfer, die nichts mit dem Kriegsgeschehen zu tun haben, handelt es sich dabei immer um Kollateralschäden. Sind hingegen Zivilisten bei russischen oder syrischen Angriffen getötet worden, wird über Kriegsverbrechen schwadroniert und die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. „Der Postillon“ brachte diese Diskrepanz treffend auf den Punkt: Kind in Mossul froh, von guten USA statt von bösen Russen zerbombt zu werden.


Der wert(e)lose Westen

Noch halten die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) die syrisch-türkische Grenzstadt Kobane. Doch die Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) dringen immer weiter in die Stadt vor und lassen sich dabei auch von den vereinzelten Angriffen der US-Luftwaffe nicht entscheidend aufhalten. Militärexperten sind überzeugt, dass ohne eine militärische Unterstützung auch am Boden der Fall Kobanes nicht mehr aufzuhalten ist. Das Gerede von einer „humanitären Verpflichtung“, die Gräueltaten des IS zu stoppen, kann dann getrost vergessen werden.


Milliarden für Schrott?

Kaum fordert die Führung der NATO höhere Militärausgaben der Mitgliedsländer, fällt der Bundeswehr auf, dass ihre militärische Ausrüstung auseinanderfällt. Natürlich ist dann die Forderung nach mehr Geld für unsere Armee auch nicht mehr weit. Doch wie viel Geld gibt die Bundeswehr eigentlich aus – und vor allem wofür? Eine Bestandsaufnahme.


Tänzeln auf der Klippe

Der Bürgerkrieg im Osten der Ukraine geht in die entscheidende Phase. Die reguläre ukrainische Armee und Freiwilligen-Einheiten marschieren auf die beiden Separatisten-Hochburgen Donezk und Luhansk vor. Die genaue Lage ist schwer einzuschätzen, da es widersprüchliche Meldungen von der Front gibt. Beide Seiten melden Erfolge – welche davon zutreffend sind, bleibt oft offen. Eines zeigt sich jedoch immer mehr: Der Bürgerkrieg führt zu zahlreichen toten Zivilisten und Hunderttausenden Flüchtlingen, die vor allem nach Russland fliehen. Unter anderen Voraussetzungen würden westliche Medien diese Gemengelage wohl als ethnische Säuberung bezeichnen. Doch so ist lediglich von einem „Anti-Terroreinsatz“ die Rede. 


Von deutschem Boden darf wieder Krieg ausgehen

Deutschland kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: Den 1. Weltkrieg zumindest mit verursacht, den 2. Weltkrieg ganz alleine in blindem Rassenwahn vom Zaun gebrochen. Welches Land kann das schon von sich behaupten? Es ist also nicht verwunderlich, dass das neu entstandene Westdeutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches von den drei Siegermächten zunächst einmal militärisch kurz gehalten wurde. Doch schnell zeigte sich, dass gegen den neuen Feind im Osten eine bewaffnete BRD unabdingbar war. Nach vier Jahrzehnten Kaltem Krieg brach die Sowjetunion schließlich zusammen und der Warschauer Pakt auseinander. Der NATO ging damit der direkte Feind verloren. Über ein Jahrzehnt war das Verteidigungsbündnis eigentlich nutz- und sinnlos. Doch mit 9/11 änderte sich das schlagartig. Der Terrorangriff auf die USA löste den ersten Bündnisfall in der Geschichte der NATO aus. Und wie sich zeigt, ist das Militärbündnis gewillt, in Zukunft einen noch härteren Weg einzuschlagen.