Syrien

Regime Change in Syrien nahezu gescheitert

Nachdem sich die Medien im letzten Jahr mit Meldungen über angebliche Kriegsverbrechen von Baschar al-Assad bei der Befreiung von Aleppo aus den Händen von Terroristen förmlich überschlugen, ist es inzwischen sehr still um den syrischen Bürgerkrieg geworden. Lediglich als Randnotiz tauchte noch das Ende der jahrelangen Belagerung von Deir ez-Zor durch den IS auf. Seltsam angesichts der Tatsache, dass sich unter anderem auch Deutschland nur aus dem Grund am syrischen Bürgerkrieg beteiligt, um den Islamischen Staat zu besiegen. Aber Meldungen über den erfolgreichen Kampf der Truppen Assads gegen den IS würden wohl das von den Medien mühsam aufgebaute Image des syrischen Präsidenten als Schlächter von Damaskus in Frage stellen. Auch wenn der Bürgerkrieg noch nicht beendet ist, ist unverkennbar, dass der vom Westen, Israel und einigen Golfstaaten finanzierte und unterstützte Regime Change in Syrien wohl gescheitert ist, auch wenn einige der Interventionisten sich mit diesem Ergebnis immer noch nicht abfinden wollen.


Fakten, Fakten, postfaktisch?

„Postfaktisch“. So lautet das neueste „Argument“ der Leitmedien, ihren schwindenden Zugriff auf die Meinung im Volk zu erklären. Es würden bei vielen Wählern nur noch Emotionen statt Fakten bei politischen Entscheidungen zählen. So werden Abstimmungsergebnisse wie der Brexit oder die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten erklärt. Dabei nutzte die Politik die „Wahrheit“ stets nur in homöopathischen Dosen und setzte stattdessen auf Gefühle und „Persönlichkeiten“. Verquickt mit den Verlautbarungen der Leithammel der führenden Medien entstand so eine Melange der Desinformation – im Gegenzug eine Win-win-Situation für Politik und Presse. Während die einen Zugang zu Informationen erhielten, sonnten sich die anderen im Glanze der positiven Berichterstattung. Doch dieses Bündnis bekommt Risse. Nicht von innen, diese Adhäsionskräfte werden in letzter Zeit sogar noch stärker, sondern von außen durch einen bösen Feind namens Internet.


Syrienkonflikt mutiert zum „Weltkrieg“

Die Aussage des russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedew, die Welt befinde sich wieder in einem kalten Krieg, die Ankündigung Saudi-Arabiens, mit Bodentruppen in den syrischen „Bürgerkrieg“ einzugreifen, die Angriffe der Türkei auf Kurden in Syrien und die finale Schlacht um Aleppo zeigen deutlich, dass der Syrienkonflikt in seine entscheidende Phase tritt.


Der wert(e)lose Westen

Noch halten die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) die syrisch-türkische Grenzstadt Kobane. Doch die Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) dringen immer weiter in die Stadt vor und lassen sich dabei auch von den vereinzelten Angriffen der US-Luftwaffe nicht entscheidend aufhalten. Militärexperten sind überzeugt, dass ohne eine militärische Unterstützung auch am Boden der Fall Kobanes nicht mehr aufzuhalten ist. Das Gerede von einer „humanitären Verpflichtung“, die Gräueltaten des IS zu stoppen, kann dann getrost vergessen werden.