Thüringen

Blaupause für den Bund?

Die Anzeichen verdichten sich: In Thüringen könnte mit Bodo Ramelow bald der erste Ministerpräsident der Linken ins Amt gewählt werden. Bei den Sondierungsgesprächen tendieren sowohl SPD als auch die Grünen zu einer Koalition mit der Linken – und nicht mit der CDU, die als stärkste Partei aus der Landtagswahl hervorgegangen war. Könnte damit die Tür aufgestoßen sein für ein rot-rot-grünes Bündnis auch nach der Bundestagswahl 2017?


AfD zweistellig, schwierige Koalitionssuche in Thüringen

Der Trend setzt sich fort: Genau wie bei der Landtagswahl in Sachsen konnte die AfD auch deutlich in die Parlamente in Thüringen und Brandenburg einziehen. In Thüringen wird die Suche nach einer tragfähigen Koalition schwierig werden – sowohl Schwarz-Rot als auch Rot-Rot-Grün unter Führung der Linken verfügen über nur eine Stimme Mehrheit im Landtag. Einfacher gestaltet sich die Regierungsbildung in Brandenburg, wo der amtierende Ministerpräsident Dietmar Woidke wählen kann, ob er weiterhin auf die Linke als Juniorpartner setzt oder lieber mit der CDU koaliert. Die FDP setzt ihre Abschiedstour aus den deutschen Parlamenten fort.  


Der Osten wählt wieder

Am kommenden Sonntag finden in Brandenburg und Thüringen Landtagswahlen statt – nach der Wahl in Sachsen könnte die AfD dabei in die beiden nächsten Landesparlamente einziehen. In Thüringen könnte zudem ein Schritt im Hinblick auf eine Ablösung von Angela Merkel als Bundeskanzlerin bei der Bundestagswahl 2017 gemacht werden. Die SPD spielt dort wohl nach dem Urnengang das Zünglein an der Waage und kann sich ihren Koalitionspartner aussuchen – wenn auch als Juniorpartner.