Wahl

AfD – laut Wahl-O-Mat ein Zwitter aus FDP und NPD

Trotz aller Kritik stellt der Wahl-O-Mat eine gute Möglichkeit dar, seine Wahlpräferenz zu prüfen. Zwar sind die Fragen nur selten repräsentativ und die gebrochenen Wahlversprechen sind schon Legion. Dennoch lassen sich grundlegende Tendenzen in der Ausrichtung der einzelnen Parteien erkennen. So kann man bei der Gegenüberstellung der Antworten auf den Fragenkatalog der Bundeszentrale für politische Bildung feststellen, dass die AfD vor allem Übereinstimmungen mit der FDP und der AfD aufweist. Von den 38 Fragen wurden jeweils 21 gleich beantwortet. Damit bestätigt diese Feststellung eine lange gehegte Vermutung: Die Alternative für Deutschland ist eine rechtsextreme FDP.


Warum profitiert die Linke nicht?

In den vergangenen Jahren hat der Kapitalismus zu starken sozialen Verwerfungen in den Industrieländern geführt. Die Mittelschicht ist auf dem absteigenden Ast und immer mehr Menschen haben Zweifel, ob sie ihren aktuellen Lebensstandard auch in Zukunft aufrechterhalten können. Von diesem Abstieg und den Zweifeln profitieren aber bei Wahlen meist nicht linke Parteien – Ausnahmen waren Griechenland und das Vereinigte Königreich. Rechtsradikale und -extreme Parteien können hingegen Erfolg um Erfolg für sich verbuchen. Worauf beruht dieses auf den ersten Blick paradoxe Geschehen?


Corbyn trifft das Establishment ins Herz

Wie die meisten deutschen Medien ist auch Spiegel Online nicht mit dem Wahlausgang im Vereinigten Königreich zufrieden. Jörg Schindler meint dazu: „Wie Bernie Sanders in den USA oder zuletzt Jean-Luc Mélenchon in Frankreich hat [Jeremy Corbyn] dem Marktradikalismus die Utopie von einer solidarischen Gesellschaft entgegengesetzt. Man kann das nostalgische Fantasterei nennen. Oder Populismus.“ Ein (vermutlich) hochbezahlter Spiegel-Journalist erkennt zwar an, dass wir im Zeitalter des Marktradikalismus leben, diskreditiert jedoch den durchaus nachvollziehbaren Wunsch nach einer gerechteren Gesellschaft als Fantasterei oder Populismus. Seiner Meinung nach sollen sich also alle Bürger, die nicht von diesem enthemmten Kapitalismus profitieren, in das ihnen zugedachte Schicksal fügen. Da bedeutet der Erfolg von Corbyn mehr als einen Hoffnungsschimmer – zeigt er doch deutlich, dass man auch gegen die geballte Macht der Medien erfolgreich eine Wahl bestreiten kann. Da können Qualitätsjournalisten wie Schindler noch so geifern – die Zeit ihrer Meinungshoheit läuft langsam, aber sicher, ab. Nur Deutschland scheint diesem Trend wieder einmal hinterherzuhinken, wenn man die aktuellen Beliebtheitswerte der Kanzlerin betrachtet.


Pest oder Cholera?

Donald Trump hat keine Chance mehr. So lautete die einhellige Meinung der deutschen Medien nach Bekanntwerden der frauenfeindlichen Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten aus dem Jahr 2005. Doch die nackten Zahlen sprechen eine andere Sprache: Zwar verfügt laut RealClearPolitics Hillary Clinton in den Umfragen über einen klaren Vorsprung, doch um von einer Entscheidung sprechen zu können ist es noch viel zu früh. Allein die 113 Wahlmännerstimmen, die noch keinem Kandidaten eindeutig zuzurechnen sind, könnten für eine große Überraschung und ein böses Erwachen in den deutschen Parteizentralen und Medienhäusern sorgen. Rechnet man mit ein, dass auch nur ein kleiner Teil der Teilnehmer an den Umfragen seine Sympathie für Trump lieber für sich behält, könnte dies aufgrund des amerikanischen Wahlsystems schnell zu einem Swing in ausreichend vielen Staaten sorgen.