Taifun Haiyan – Zufall oder Vorbote der Katastrophe?

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 380 Kilometern pro Stunde zählt der Taifun Haiyan zu den stärksten Wirbelstürmen, die jemals gemessen wurden. Auf den Philippinen richtete der Sturm großen Schaden an, nach Schätzungen verloren 10.000 Menschen ihr Leben. Heute beginnt in Warschau die 19. Klimakonferenz der Vereinten Nationen – im Schatten der Eindrücke von den Philippinen. Doch wie immer werden sich die Klimawandelskeptiker zu Wort melden und einwenden, dass es sich um ein Einzelereignis handelt, das nichts mit dem Klimawandel zu tun hat. Genauso ein Einzelereignis, wie all die anderen Einzelereignisse wie Dürreperioden, Überschwemmungen und steigender Meeresspiegel. Eine gute Gelegenheit, sich einmal mit den wichtigsten Einwänden der Skeptiker und Leugner auseinanderzusetzen.

 

Es lassen sich zwei Arten von Kritikern unterscheiden: Unbedarfte, denen das wissenschaftliche Rüstzeug fehlt, um die Situation richtig einzuschätzen, und Profiteure sowie deren Nachbeter. Vor allem diese zweite Kategorie der Klimawandelleugner finden in der Politik viele Helfer, die einen schnellen Umschwung in der Klimapolitik verhindern. Doch welche Argumente bringen diese „Experten“ nun vor? Auf klimafakten.de wurden die wichtigsten Einwände zusammengefasst und fundiert beantwortet. An dieser Stelle soll nur ein kurzer Überblick über die zehn wichtigsten Behauptungen gegeben werden. Genauere Informationen sind auf der genannten Website erhältlich.

Behauptung: Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change – umgangssprachlich „Weltklimarat“) betreibt Panikmache.
Antwort (klimafakten.de): Es handelt sich bei den Hauptautoren der Studien um ausgewiesene Experten. Es zeigte sich in der Vergangenheit, dass wichtige Aspekte des Klimawandels schneller und stärker ablaufen, als in älteren Veröffentlichungen des IPCC prognostiziert.

Behauptung: Es gibt (noch) keinen wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel.
Antwort: 97 Prozent der Klimaforscher sind überzeugt, dass der Mensch den Klimawandel verursacht.

Behauptung: Die globale Erwärmung stoppte 1998.
Antwort: Die Erderwärmung hat 1998 nicht plötzlich aufgehört. Der Trend zeigt weiterhin stetig nach oben.

Behauptung: Wegen sinkender Sonnenaktivität wird der Klimawandel demnächst pausieren.
Antwort: Selbst wenn die Sonne demnächst in eine Phase extrem niedriger Aktivität einträte …, würde dadurch nur ein sehr kleiner Teil der Erderwärmung ausgeglichen, die der Mensch durch seine Treibhausgasemissionen verursacht.

Behauptung: Die berühmte „Hockeyschläger“-Kurve ist eine Fälschung.
Antwort: Die ursprüngliche sogenannte „Hockeyschläger“-Studie aus dem Jahr 1998 war tatsächlich nicht fehlerfrei. Neuere Untersuchungen bestätigten jedoch die Schlussfolgerung: Das 20. Jahrhundert war das wärmste der letzten eintausend Jahre.

Behauptung: Kritiker der Klimaforschung sind wie Galileo.
Antwort: Die sogenannten „Klimaskeptiker“ stehen nicht in der Tradition Galileos, sondern seiner Ankläger. Sie lehnen wissenschaftliche Erkenntnisse ab, weil diese nicht in ihr Weltbild passen.

Behauptung: Klimamodelle sind nicht verlässlich.
Antwort: Wenngleich es bei Klimamodellen Unwägbarkeiten gibt, rekonstruieren sie dennoch zuverlässig die Vergangenheit – und haben Prognosen hervorgebracht, die anschließend durch Beobachtungen bestätigt wurden.

Behauptung: Die Erderwärmung wird Deutschland kaum Probleme bereiten.
Antwort: Vor allem der Süden Deutschlands wird wärmer, etliche Regionen werden trockener, Hochwasser werden wahrscheinlich zunehmen. Die nötigen Anpassungsmaßnahmen werden umso teurer, je weiter der menschliche Treibhausgasausstoß und damit die Erdtemperaturen wachsen.

Behauptung: Das Klima hat sich schon immer gewandelt.
Antwort: Die derzeitigen Klimaänderungen können durch die bekannten natürlichen Mechanismen nicht erklärt werden – es sind unbestreitbar menschliche Einflüsse, die momentan die Erde aufheizen.

Behauptung: Gehackte E-Mails von Klimaforschern belegen, dass sie lügen und betrügen.
Antwort: Mehrere unabhängige Untersuchungen der gestohlenen E-Mails durch Behörden und Universitäten in verschiedenen Ländern kamen zu dem Schluss, dass sie keinerlei Beleg für Manipulationen oder Betrügereien der Wissenschaftler enthalten.

Neben diesen zehn wichtigsten Behauptungen finden sich auf klimafakten.de noch viele weitere Punkte, die gegen den menschenverursachten Klimawandel angeführt werden. Doch warum wird diese konservativ geschätzt mit über 95 Prozent Wahrscheinlichkeit bewiesene wissenschaftliche Erkenntnis auch von Wissenschaftlern immer wieder angezweifelt? Ein wichtiger Grund dürfte sicher die finanzielle Unterstützung durch interessierte Kreise sein.

In der Erdkruste befinden sich Erdöl und Erdgas mit einem derzeit geschätzten Wert von 27 Billionen Dollar (27 000 000 000 000 Dollar). Um zu verhindern, dass die Erde sich durchschnittlich um mehr als zwei Grad erwärmt, müssten allerdings etwa vier Fünftel dieser Vorräte ungenutzt in der Erde verbleiben. Gegen diese „Enteignung“ laufen die betroffenen Konzerne und Kapitalbesitzer natürlich Sturm. Jedoch nicht direkt, sondern über den Umweg der Klimaskeptiker unter den Wissenschaftlern. Deren Forschungen werden großzügig finanziell unterstützt – entsprechend fallen die Untersuchungsergebnisse aus.

Ein weiterer Grund für die Leugnung des Klimawandels liegt darin, dass das Eingeständnis des menschlichen Handelns als Ursache eine Änderung des Verhaltens nach sich ziehen müsste. Urlaubsflüge und leistungsstarke Autos müssten eigentlich der Vergangenheit angehören. Diese Einsicht möchten die von den Wählern abhängigen Politiker gerne vermeiden. Aus diesem Grund werden die eigentlich notwendigen Maßnahmen auf die lange Bank geschoben – mit noch katastrophaleren Folgen für die nachkommenden Generationen. Doch für die Politik zählt nun einmal die nächste Wahl mehr als der Zustand der Umwelt unserer Kinder und Enkel. Und für die Bevölkerung der nächste Urlaub auf Mallorca mehr als die Vermeidung eines Jahrhunderthochwassers im Jahr 2030.

 

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