Terror gegen die Schwächsten

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Dieses Mal also Manchester. Und auch noch zum Großteil Kinder und Jugendliche. Der Selbstmordattentäter, laut IS im Auftrag des Terrorkalifats unterwegs, tötete bei einem Konzert über 20 Menschen. Wenn der Islamische Staat sich gegen wehrlose junge Menschen richtet, könnte dies ein Zeichen für den nahenden Zusammenbruch der Organisation sein. Der Attentäter, dessen Namen ich nicht nennen werde, um ihm diesen Gefallen nicht auch noch zu tun, sprengte nicht nur Nägel durch die Herzen von gerade noch glücklichen Kindern, sondern auch Trauer in die Herzen ihrer Eltern. Dieser verachtenswerte, feige Akt eines kranken Menschen lässt mich entgegen meiner atheistischen Einstellung hoffen, dass auf ihn statt 72 Jungfrauen die christliche Hölle im Jenseits warten mag.

Zu den Hintergründen der Tat ist noch wenig bekannt, zum Beispiel ist nicht klar, ob der obligatorische Ausweis beim Attentäter schon gefunden wurde. Ich möchte aber in diesem Beitrag auf einen anderen Aspekt eingehen. Im Irak, dem Geburtsland des IS, haben die USA bei ihrem Sturz von Saddam Hussein nach Schätzungen bis zu 1 Million Menschen getötet. Mit diesem Regime Change wollten die Vereinigten Staaten ihren Einfluss in dem nahöstlichen Land sicherstellen. Dafür zerstörten sie unter George W. Bush große Teile des Landes, töteten, verwundeten und traumatisierten Zivilisten und legten die Basis für den Islamischen Staat, als sie die irakischen Sicherheitskräfte entließen.

Das Leid im Irak entschuldigt auf keinen Fall den Anschlag in Manchester. Durch das Attentat wird aber deutlich, welche Wunden die US-Intervention geschlagen hat. Ob ein Kind durch eine Nagelbombe ums Leben kommt, die ein Selbstmordattentäter in einer Konzerthalle zündet, oder durch den Einschlag einer Rakete, abgefeuert von einer Drohne, spielt für die Hinterbliebenen eine nebensächliche Rolle. Was bleibt, ist ein totes Kind. Wer verstehen will, woher der Hass auf die USA und den Westen kommt, stelle sich einmal vor, es würde jeden Tag einen Anschlag wie in Manchester geben. Und das wären „nicht einmal“ 10.000 Tote im Jahr. In Syrien zum Beispiel sind in den 6 Jahren „Bürgerkrieg“ geschätzt etwa 400.000 Menschen gestorben. Erst wenn die Vereinigten Staaten ihre Interventionspolitik beenden, besteht eine Chance, dem islamistischen Terror ein Ende zu setzen. Doch leider muss man befürchten, dass diese Politik auch unter Trump weiter betrieben wird, wie die Waffenlieferungen an den Terrorfinanzier Saudi-Arabien verdeutlichen.

Warum allerdings jetzt ausgerechnet ein gebürtiger Brite diesen Anschlag im Namen des IS verübt hat, der die Kriegsverbrechen im Irak und anderen Ländern nicht unmittelbar vor Ort erlebt hat, wäre Grund für eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema. Aber dazu fehlen Fakten, und da Geheimdienste zentral in das Geschehen verwickelt sind, würden diese Informationen auf sehr wackeligen Beinen stehen. Was allerdings auffällt: Der Terroranschlag in einem laufenden Wahlkampf dürfte vor allem den Law-and-order-Politikern helfen. Das sind im Vereinigten Königreich die Tories, die derzeit in Regierungsverantwortung stehen.

Update:

Inzwischen ist bekannt geworden, dass ein Ausweis des Attentäters am Tatort gefunden wurde. Langsam bekommt das Ganze wieder ein unangenehmes „Gschmäckle“.

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