Zündeln am Pulverfass

So langsam wird es eng für die syrischen „Freiheitskämpfer“, die Assad stürzen wollen. Sowohl in Aleppo als auch im Gebiet Damaskus brechen die Frontlinien ein. Die Angriffe der russischen Luftwaffe scheinen die Islamisten derart geschwächt zu haben, dass sie der Bodenoffensive nur noch wenig entgegensetzen können. Inwieweit neben den Golfstaaten und der Türkei auch die USA Terroristen unterstützen, lässt sich nur schwer feststellen. Der „versehentliche“ Angriff auf syrische Armeeeinheiten lässt allerdings wenig Raum für Spekulationen. Russische Medien meldeten heute zudem einen Granatenbeschuss der russischen Botschaft in Damaskus – eine weitere Provokation von Seiten der USA?

Die westlichen Medien werden auf alle Fälle nicht müde, weiterhin die Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien zu fordern. Damit sollen wohl Terroristen vor weiteren Luftschlägen in Schutz genommen werden. Welche Voraussetzungen zur Durchsetzung eines solchen Flugverbots notwendig wären, wird dann gerne mal verschwiegen. Man stelle sich nur einmal vor, Russland lehnt die Einrichtung einer Flugverbotszone ab und die USA schießen eine russische Maschine ab. Nächster Halt Dritter Weltkrieg?

Es wird immer deutlicher, dass die USA und deren Verbündete diesmal im Gegensatz zum Irak und Libyen in Syrien keinen Erfolg mit ihrer bewährten Regime-Change-Methode hatten. Allerdings konnte der Sturz der Assad-Regierung und die Installation einer Vasallen-Regierung nur durch den intensiven Einsatz des russischen Militärs verhindert werden – zum Preis des Wiederauflebens des Kalten Krieges.

Vermutlich wurden die militärischen Anstrengungen von Seiten Assads und Russlands in den letzten Wochen intensiviert, um vor der Vereidigung eines neuen US-Präsidenten im Januar vollendete Tatsachen zu schaffen – oder zumindest einen Status herzustellen, der den Preis für eine weitere Eskalation selbst für Hillary Clinton zu hoch werden ließe.

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